Das Projekt Vespa V 50
Schon seit ich denken kann habe ich alten Rollern immer staunend nachgesehen.
Dann kam die Gelegenheit. Ein Freund meinte er hätte noch eine alte Vespa hinterm Haus liegen, die billig zu bekommen wäre.
Ich zögerte nicht lange, und hatte keine Ahnung auf was ich mich da eingelassen hatte. Ich sah sie schon glitzernd in der Sonne vor mir stehen. Auf der alten Dame durch Oberschwaben zu räubern und die Landschaft zu genießen. Also wurde der Entschluss gefasst, diesen alten Roller wieder "ein wenig" in Schuss zu bekommen. Hauptsache sie fährt dachte ich. Jedenfalls habe ich die Rechnung ohne meinen Perfektionismus, der sich in technischen Dingen doch gerne versälbstständigt, gemacht. Eine lange Geschichte nahm ihren Anfang.
Auf dieser Seite will ich den Werdegang der Vespa so gut es geht dokumentieren. Man hat ja beim schrauben nicht immer den Foto dabei:-)
07.06.2005
Begonnen hat alles mit der kompletten Demontage der alten Dame.
Wie gesagt, ich war blauäugig. Das Bodenblech war von einem Vorbesitzer durch ein glattes, selbst zugeschnittenes Blech ersetzt worden. Also: Viel viel Arbeit! Es fanden sich Anzeichen, dass das lila die sechte Lackschicht ist! Als Orginalfarbe war ein Gelb zu rekonstruieren.

Alle Einzelteile wiesen "etwas" Rost auf....
Danach ging die gesamte Karosse und auch viele Einzelkomponenten zum Sandstrahlen. Sofort danach wurde alles grundiert, um neue Rostansätze zu unterbinden.
ab 17.09.2005
Als ich die gestrahlte Vespa untersuchte, stellten sich viele Durchrostungen heraus. Das Bodenblech war am meisten Bertoffen. Der Entschluss viel: Das Bodenblech kommt komplett raus und wird ersetzt. Ganz ehrlich, mit dem Wissen von heute, würde ich diesen Schritt wohl nicht noch einmal gehen. Jetzt war für eine sehr sehr lange Zeit Bodywork angesagt( bis Februar 2006!). Hierbei war Know-How gefragt. Die Unterstützung bei einem solchen Vorhaben, die absolut notwendig ist, wenn man so etwas noch nie zuvor gemacht hat, bekam ich in den heiligen Hallen von .Roland-Aircraft in Neuhausen ob Eck. Die Arbeiten konnten also beginnen!

Das Bodenblech...

musste ab. Und immer wieder zwischendurch die Versiegelung durch neue Grundierung nachgeholt werden!

Der Seitendeckel war nicht mehr zu retten. Und das passende Ersatzteil (made in Italia) wollte nicht so recht passen. Also war auch hier mal wieder friemelei angesagt.
10.10.2005
Die Karosse war bereit für das Einschweissen des neuen Bodenbleches.

Mann, kann Schweissen komliziert sein, wenn immer wieder Rost auftaucht! Doch am Ende war es dann drin!

An der gesamten Karosserie befanden sich noch "ein paar" Löcher, die ebenfalls zugeschweisst werden mussten.

Die Übergänge wurden professionell verzinnt! Man glaubt gar nicht, was das für eine Arbeit ist:-)
Danach folgten viele Wochen Kleinarbeiten, bis die Vespa bereit für eine neue Lackierung war. Die Farbwahl war sehr schwierig, doch letztendlich viel die Wahl auf: Azurro Polizia. Ein schickes italienisches Polizeiblau im Stil der 70er!
Nun konnte mit dem Zusammenbau begonnen werden. Glücklicherweise intensivierte sich zu der Zeit mein Kontakt mit zwei absoluten Cracks, was Vespas angeht! Danke Tim und Patrik! Die beiden betreiben in Überlingen einen Scootershop und sind die wahren Spezialisten, was alte Vespas angeht! Die Teileversorgung ist durch sie auch gesichert. Es gibt wohl kein Teil für eine alte Vespe, dass sie nicht auftreiben können! Wenn ein Problem vorliegt : Vollgas, die wahren Rollerschrauber!
Stopp, wichtigstes Detail hat bisher gefehlt! Der Name. Schnell war klar, sie muss Käthe heissen!
Doch zurück zum Zusammenbau. Zuerst waren die Trittleisten dran, und danach die Vordergabel mit der gesamten vorderen Bremseinheit.
März 2006
Der Motor muss generalüberholt werden. Hierbei wird er komplett demontiert und jedes Laager ausgetauscht. Ein neuer Zylinder, Kolben, Auspuff und viele Einzelteile komplettieren das neue Aggregat!

14.04.2006

Endlich, der vordere Kotflügel streift nicht mehr am Beinschild und die Züge können montiert werden.

Der Lenkkopf wird montiert.

Die Griffe und der hintere Bremshebel werden montiert. Steht sie nicht schon richtig erwachsen da?
2. Mai 2006
SIE LÄUFT! Heute spielte der Motor das erste mal seine wunderbare Harnonie! Der Zusammenbau war wohl doch nicht so verkehrt! Möglich war dies nur durch die letzten wichtigen Schritte: Die Elektrik wurde vervollständigt. Endlich sind die letzten fehlenden Teile eingetroffen! Kleinteile wie die Griffe, der Chokehebel, die Zündeinheit, die Kabelbox, die Hupe und das Piaggio Emblem wurden angebracht.
To be continued...